Uranus in den 12 Häusern des Horoskops

Nach den grundsätzlichen Aussagen zu „Uranus im Horoskop“ folgt hier die Beschreibung, wie er sich in den zwölf Häusern des Horoskops auswirken kann.

Uranus in den 12 Häusern des Horoskops

Da sich Uranus in 84 Jahren einmal durch den Tierkreis bewegt, hält er sich ungefähr sieben Jahre in jeden Zeichen auf. Interessanter, weil individueller ist daher seine Stellung in jeweiligen Haus im Horoskop. Hier können wir sehen, wo wir echte Individualität leben sollen, wo wir über unseren sonst engen Rahmen hinausschauen, wo wir mehr Freiheit riskieren können.

Uranus im ersten Haus

Befreiung in, durch und von der Individualität

Mit Uranus im ersten Haus kann unsere Persönlichkeit und unser Lebensweg von unberechenbaren Impulsen beeinflusst sein. Es wird uns sehr wichtig sein, unsere ganz eigene Individualität zu leben, auch wenn wir diese erst einmal finden müssen. Freiheit oder auch Freiraum können einen überproportionalen Stellenwert in unserem Leben annehmen. Das kann auch unsere Beziehungen mit beeinflussen. Wir sollten es lernen, unserer Intuition zu trauen und auch einmal ungewöhnliche Wege zu nehmen.

Uranus im zweiten Haus

Befreiung von Werten, Besitz und falschen Sicherheiten

Uranus im zweiten Haus stellt Freiheit und Mobilität vor Sammeln und Sicherheit. Für ihn ist Besitz belastend, da er uns in unserer Freiheit einschränkt. Das passiert allein schon dadurch, dass wir uns ständig darum kümmern müssen. Mit Uranus im zweiten Haus erkennen wir, dass viele überlieferte oder erlernte Werte so für uns nicht stimmen. Wir befreien und emanzipieren uns davon und entwickeln unsere eigenen Werte und unsere eigene Form der Sicherheit.

Uranus im dritten Haus

Befreiung von oberflächlichem Wissen, von der Macht der Worte und dem alltäglichen Trott

Für Uranus geht es im dritten Haus darum, dass wir unseren Forschergeist neu ausrichten und uns vom alltäglichen Trott, dem Geschwätz, dem oberflächlichem Wissen lösen und andere Formen des Wissenserwerbs und der Kommunikation erlernen. Mit Uranus im dritten Haus interessiert uns höheres Wissen. Wir möchten uns gerne von unserer Umgebung abheben und das auch damit, womit wir uns geistig beschäftigen. Das dritte Haus hat mit unserer näheren Umgebung zu tun und mit unserem ganz eigenen Ausdruck. Mit Uranus im dritten Haus geht es auch darum, das Prinzip der Freiheit zum Ausdruck zu bringen und uns nicht von anderen Menschen oder Widerständen in unserer näheren Umgebung daran hindern zu lassen.

Uranus im vierten Haus

Befreiung von beengten Verhältnissen zu Hause, in der Heimat und in der Familie

Häufig stellt das vierte Haus eine Art von Fessel für uns da. Unsere Familie, unsere Herkunft, der Ort, aus dem wir stammen, all dies können Hemmnisse für unseren weiteren Lebensweg sein. Mit Uranus im vierten Haus geht es darum, dass wir uns dieser Fesseln bewusst werden, um sie ablegen oder sogar sprengen zu können. Carl Gustav Jung hat einmal gesagt, dass der Mensch auf dem Weg zum unverwechselbaren Individuum zu werden, seine Mutter und seinen Vater töten müsse. Das ist natürlich nicht wörtlich zu nehmen, sondern meint, dass wir uns über die Einflüsse der Eltern innen und außen lösen müssen. Uranus im vierten Haus kann eine solche Lösung (Befreiung) auf auf drastische Art und Weise vollziehen.

Uranus im fünften Haus

Befreiung von der Sucht nach Bestätigung, nach Spiel und Spaß

Dem fünften Haus werden Kinder und Kreativität zugeordnet. Auch der Zwang zur Kreativität kann als Fessel empfunden werden. Genauso Kinder, auch wenn wir das weder hören noch sagen wollen. Es geht mit Uranus im fünften Haus darum, sich von seiner Einstellung Kindern gegenüber zu befreien. Vielleicht können wir keine eigenen Kinder bekommen und müssen einen besonderen (uranischen) Weg finden, mit Kindern und im übertragenen Sinn mit unser eigenen Kindlichkeit in Kontakt zu kommen. Daraus resultieren auch die weiteren Eigenschaften der fünften Hauses wie Spaß, Sport und Spiel, die mit Uranus in diesem Haus eine besondere exzentrische Note bekommen. 

Uranus im sechsten Haus

Befreiung von der Lohnabhängigkeit, vom Obrigkeitsdenken, von falschen Gesundheits- und Ernährungsgewohnheiten

Im sechsten Haus regeln wir unseren Alltag. Hier finden wir unsere Gesundheit bzw. all das, was unsere Gesundheit stört. Hier zeigt sich unsere Ernährung. Im sechsten Haus passen wir uns an, um überleben zu können. Dazu gehört es auch, dass wir eine Erwerbstätigkeit ausüben, um das Geld zu verdienen, was wir zum Leben brauchen, auch wenn der Job nicht unserer Berufung (10. Haus) entspricht. Ein Uranus im sechsten Haus stört die Anpassung, denn Uranus passt sich nicht an. Mit Uranus in diesem Haus werden wir uns von gängigen Modellen in diesem Bereichen lösen müssen und unsere ganz eigene Einstellung finden. Das gleiche gilt auch für die Erwerbstätigkeit. Auch hier lösen wir uns von Abhängigkeiten. Uranus wird nicht rasten, bis wir uns aus allen möglichen als real empfundenen Zwängen befreit haben.

Uranus im siebten Haus

Befreiung von Abhängigkeiten in Beziehungen und von den Ideen anderer

Dem siebten Haus sind alle Begegnungen und Beziehungen zugeordnet. Der große Freiheitsdrang und der Druck zur Individualität, der vom Uranus ausgeht, erzeugt immer wieder den Wunsch nach Befreiung. So ist es kein Wunder, dass wir häufige Scheidungen und Trennungen mit Uranus im siebten Haus vorfinden. In gewisser Weise symbolisiert das siebte Haus unseren Schatten, der uns in Form von anderen Menschen oder Ideen von Außen entgegentritt. Uranus in diesem Haus richtet unseren Fokus auf die damit verbundenen Abhängigkeiten und Ängste. Er möchte dafür sorgen, dass wir hier eine Revolution anzetteln und uns davon befreien.

Uranus im achten Haus

Befreiung von Ängsten, von Zwängen, den Regeln und der Macht anderer

Das achte Haus steht traditionellerweise für den Tod. Uranus kann uns natürlich nicht grundsätzlich vom Tod befreien, er kann aber unsere Einstellung so beeinflussen, dass wir unsere Sichtweise auf den Tod verändern (siehe auch Giesow: „Astrologie und der Tod“). Ähnlich sieht es aus mit Ängsten  und Zwängen aller Art. Uranus möchte uns zu freien Individuen machen, so dass alles, was uns künstlich einschränkt, von ihm bekämpft wird. In allen vorangegangenen Häusern habe ich die Zwänge und Ängste angesprochen, die mit Uranus in diesem Haus angegangen werden, so dass mehr Freiheit entstehen kann. Das achte Haus ist in gewisser Weise der Prototyp der Ängste und Zwänge. Hier kann es mit Uranus zur nahezu archetypischen Auseinandersetzung zwischen der Macht dieser Ängste und Zwänge und dem Wunsch nach Freiheit, nach Befreiung kommen.    

Uranus im neunten Haus

Befreiung von falschen Weltanschauungen, Wahrheiten und der Beeinflussung anderer

Das neunte Haus steht für unsere Weltanschauung, die wir uns im Leben erwerben. Dafür müssen wir manchmal weite Wege gehen. Uranus möchte hier verhindern, dass wir uns zu früh oder zu dogmatisch auf eine Philosophie oder Wahrheit festlegen. Er möchte uns dahingehend beeinflussen, dass wir uns nicht beeinflussen lassen und so lange suchen, bis wir unsere Wahrheit gefunden haben. Mit Uranus im neunten Haus kann es schwer bis unmöglich für uns werden, einer gängigen Philosophie oder einem regulären Glauben zu folgen, auch wenn wir das wollen. Uranus wird hier solange stören, bis wir uns von all dem, was die Wahrheit verschleiert, befreit haben. Er macht den Weg frei.

Uranus im zehnten Haus

Befreiung vom falschen Beruf, von Autoritäten, Gesetzen und Regeln

Wenn wir in einer Gemeinschaft leben, wie es auch unsere Gesellschaft eine ist, dann ist es unumgänglich, dass wir Regeln und Gesetze brauchen, die unser Zusammenleben gestalten. Das heißt aber nicht, dass diese Regeln unser Leben bestimmen müssen. Letztlich entscheiden wir, welche Gewichtung wir ihnen geben. Ein Uranus im zehnten Haus kann uns helfen, dass wir unsere eigene individuelle Einstellung dazu finden. Gleiches gilt auch für unseren Beruf oder unsere Vorstellung von unserer Berufung. Wenn wir in diesen Punkten dem Wunsch unserer Eltern folgen oder gefolgt sind, dann kann Uranus uns davon befreien, so dass wir unsere eigene Meinung entwickeln können. Erst dann können wir daran gehen, unsere wahre (innere und eigene) Berufung zu leben. Es kann mit dieser Stellung des Uranus gut sein, dass unsere Berufswahl oder unser Berufsweg ungewöhnlich ist oder Brüche ausweist. Im optimalen Fall bietet er uns oder auch anderen die Möglichkeit, sich zu befreien und ganz individuell man selber zu sein. 

Uranus im elften Haus

Befreiung von allem, was den freien Selbstausdruck einschränkt

Das elfte Haus beinhaltet viele Bedeutungen. Es hat grundsätzlich mit der Befreiung von allem zu tun, was unseren freien Selbstausdruck einschränkt. Uranus ist hier in seinem Element und kann das Prinzip der Freiheit um ihrer selbst willen anzeigen. Das elfte Haus finden wir auch betont bei Menschen, die es vorziehen selbständig zu arbeiten. Obwohl dieses mehr Arbeit und Engagement erfordert, sind sie doch ihr eigenen Chef. Das elfte Haus ist wie das Zeichen Wassermann dem Uranus zugeordnet. In diesem Bereich suchen wir nach Freiheit. Uranus wird hier alles unternehmen, uns von allem zu befreien, was unsere freie Individualität behindert.

Uranus im zwölften Haus

Befreiung von allem, was der Erleuchtung, der Erlösung im Wege steht

Das zwölfte Haus ist das letzte im Häuserkreis. Hier schließt sich der Kreis. Wir können im zwölften Haus alle alten Rechnungen begleichen und unserem Karma begegnen. Hier geht es uns um Erlösung, um einen Schritt in eine neue Dimension. Uranus im zwölften Haus bekämpft dabei alles, was dem im Weg steht. Er rührt in unserem Unbewussten und sorgt so für Unruhe, dessen Ursache wir häufig nicht erkennen können. Diese Unruhe des Uranus sorgt aber dafür, dass wir uns unseren unverarbeiteten Mustern stellen, so dass wir immer freier werden. Letztlich ist Uranus im zwölften Haus erst dann zufrieden, wenn wir soweit geklärt sind, dass wir von allem befreit werden können. So ist dann der Weg frei in eine neue Dimension, ein neues Sein aufzubrechen.