Horoskop-Interpretation: Der Mond

Horoskop-Interpretation: Der Mond

Neben der Sonne und dem Aszendenten gehört der Mond zu den wichtigsten Deutungselementen in der angewandten Astrologie und sollte in jedem Horoskop Beachtung finden.

Die Astrologie und der Mond

Im Gegensatz zur indischen (vedischen) Astrologie, in der der Mond eine wichtige Rolle bei der Deutung spielt, haben wir im Westen es lange Jahre versäumt, den Mond so zu beachten, wie es ihm gebührt. Immer noch dominiert eine auf das Sternzeichen der Sonne bezogene Interpretation die populäre Astrologie. Das liegt auch auf der Hand, da sich das Sonnenzeichen direkt aus dem Geburtsdatum ergibt, während die Mondposition sich von Tag zu Tag verschiebt und nachgesehen oder berechnet werden muss.

Im Gegensatz zu den im Deutschen verwendeten Artikel steht die Sonne grundsätzlich für das männliche und der Mond für das weibliche Prinzip. Es ist vor allem der Frauenbewegung zu verdanken, dass Themen über das „Weibliche“ wieder stärker beachtet wurden und Einzug ins allgemeine Bewusstsein gefunden haben. 

Astrologisch gesehen wurden damit auch „weibliche“ Themen wieder interessanter, was auch dazu geführt hat, dass es eine Menge an Veröffentlichungen zum Mond gegeben hat. Hier muss der leider viel zu früh verstorbene Astrologe Michael Roscher genannt werden. Er hat es früh verstanden, seine Forschungen auf den Mond zu richten und veröffentlichte 1986 das Buch „Der Mond“ im Hugendubel Verlag. Dieses Buch setzte Maßstäbe und ist unser Meinung nach auch heute noch aktuell. In diesem Klassiker psychologisierte Roscher vor allem die Stellung des Mondes in den zwölf Tierkreiszeichen, wobei er auch die problematische Seite herausstellte. 

Weitere und weitergehende Informationen zum Mond

Der Mond ist ein ungeheuer komplexes Symbol. Ich werde nach und nach in folgenden Artikeln weitere Informationen zum Mond anbieten:

Gefühle und Bedürfnisse

Wir Menschen haben den Wunsch uns mit etwas zu identifizieren. Das gibt uns Sicherheit und das Gefühl, irgendwo dazuzugehören. Dieser Wunsch wird im Horoskop durch den Mond symbolisiert. Es kann richtig und wichtig für uns sein, uns zu identifizieren, kann uns aber auch in Abhängigkeit und Unfreiheit halten. Da gilt es genau hinzuschauen. Der Mond ist das Symbol für die Gefühle. Nicht umsonst ist das Sternzeichen Krebs die astrologische Heimat des Mondes und steht selber für besonders sensible und empfindsame emotionale Menschen. Der Mond im Horoskop kann uns helfen herauszufinden, welchen tiefen Bedürfnisse in uns sind. Solange wir diesen Bedürfnissen in uns nicht auf die Spur bekommen sind, werden uns diese unbewusst beherrschen. Nur die Kenntnis der Bedürfnisse macht es überhaupt möglich, diese zum einen zu befriedigen und zum anderen darüber hinauszuwachsen. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Mond mehr für die Vergangenheit steht und dass die mit ihm verbundenen Wünsche und Bedürfnisse auch karmisch sein können.

Prägung durch unsere Herkunft

Unser Karma bringen wir in dieses Leben mit. Mit unserem ersten Atemzug liegt auch unser Geburtshoroskop fest. Wie aber unser Karma und wie unser Horoskop aktiviert wird, hängt stark davon ab, wie wir als Kind geprägt worden sind. Die Prägung durch unser soziales Umfeld und vor allem die Erziehung durch unsere Eltern machen uns zu dem Menschen, der wir sind. Aus astrologischer Sicht beinhaltet das Horoskop eine Vielzahl von Möglichkeiten. Die Prägung und Erziehung sorgen dafür, dass bestimmte Konstellationen konkret werden. Dazu gehört in erster Linie auch der Mond. Haben die Eltern unsere Wünsche und Bedürfnisse erkannt und sind sie auf diese eingegangen, wobei es vor allem auch auf die unausgesprochenen Dinge ankommt. Genau davon ist es abhängig, wie wir mit dem Mond in unserem Horoskop verbunden sind. Das wiederum ist einer der gravierendsten Faktoren für unsere innere Zufriedenheit. Es kann sehr interessant sein, die Horoskope von Eltern und frühkindlichen Bezugspersonen mit unserem Horosko zu vergleichen. Wenn im Horoskop der Eltern keine Betonung des Zeichens gegeben ist, in dem sich der Mond des Kindes befindet, dann werden die Eltern nur schwer ein Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse genau dieser Mond-Stellung entwickeln können.

Das innere Kind

Aus der Psychologie kennen wir den Begriff des inneren Kindes. Wir alle waren einmal ein Kind und wenn Erziehung und soziale Prägung es nicht zerstört oder besser unterdrückt haben, dann gibt es in uns ein inneres Kind. Dieser Teil von uns hat einfach Spaß am Leben, ist spontan und gefühlsecht. Über den Mond in unserem Geburtshoroskop können wir Aufschluss über die Anlage unseres inneren Kindes erhalten. Vielleicht ist es uns mit den Erkenntnissen aus dem Horoskop auch möglich, wieder mehr Zugang zu unserem inneren Kind zu erhalten. Auch Jesus Christus sprach davon, als er sagte: „So ihr nicht werdet wie die Kinder, so ist eich das Himmelreich Gottes versperrt.

Das äußere Kind

Aus der Astrologie und aus der Anthroposophie ist der 7-Jahre-Rhythmus bekannt. Astrologisch gesehen gibt es alle sieben Jahre bedeutsame Aspekte. Die ersten sieben Jahre stehen im Zeichen des Mondes. Das heranwachsende Kind kann in diesen Jahren viel besser über die Stellung des Mondes charakterisiert werden. Erst nach dem siebten Lebensjahr kommt mit der zunehmenden Individuation die Sonne im Horoskop deutlicher heraus. 

Innere und äußere Mutter

Interessanterweise steht der Mond nicht nur für das innere Kind, sondern auch für die Mutter oder allgemeiner formuliert für das mütterliche Prinzip. Während der Schwangerschaft und auch in den ersten Lebensjahren empfindet sich das Kind als nicht getrennt von der Mutter, so dass es eine gewisse Logik hat, dass inneres Kind und Mutter über den Mond zu charakterisieren sind. Wir können sehr viel darüber erfahren, wie wir unsere Mutter wahrnehmen, wenn wir auf den Mond im Geburtshoroskop schauen. Aber der Mond sagt auch viel darüber aus, wie wir selbst als Mutter sind oder sein werden oder wie wir als Männer das mütterliche Prinzip des Umsorgen und Behüten leben können.

Der Mond im Horoskop 

Die grundlegende Prägung erhält ein Planet und auch der Mond durch das Tierkreiszeichen, in dem er sich zur Geburt befindet. Die Position in einem der zwölf Häuser bestimmt in welchem Lebensbereich sich die Eigenschaften des Mondes auswirken werden. 

Der Mond ist als Deutungsfaktor nicht wirklich zu verstehen, wenn wir ihn isoliert betrachten, denn es ist die Wandelbarkeit des Mondes, die ihn so faszinierend macht. Als Teil des Sonne-Mond-Zyklus verändert er nahezu täglich seine Gestalt. Am deutlichsten ist er beim Vollmond, aber die Bedeutung des Vollmondes ergibt sich aus der Stellung zum Neumond. Im Artikel „Neumond“ beschreibe ich diese Zusammenhänge. Auch kann es äußerst aufschlussreich und sinnvoll sein, den Neumond vor der Geburt zu betrachten. Jedes Horoskop, welches wir behandeln, hat eine spezifische Zeitqualität. Diese können wir genauer analysieren, wenn wir dafür die Phase des Sonne-Mond-Zyklus betrachten.

Mondkalender

Kaum noch wegzudenken sind die vielfältigen Mondkalender, die auch Menschen durch das Jahr begleiten, die sich ansonsten für Astrologie nicht interessieren. Der Mondkalender zeigt in welchen Sternzeichen sich der Mond an jedem Tag des Jahres befindet und ob der Mond abnehmend oder zunehmend ist. Auch Neumond und Vollmond werden im Mondkalender stark beachtet. So können alltagstaugliche Aussagen zu Körper/Gesundheit, Nahrung/Ernährung/Diät, Garten/Landwirtschaft und diversen Anliegen im Haushalt gemacht werden.