Pluto-Uranus und das große Wasser-Trigon im Juli 2013

 

Pluto-Uranus und das große Wasser-Trigon im Juli 2013 

Nachdem der von vielen Menschen befürchtete Weltuntergang am 21. Dezember 2012 nicht eingetreten ist, scheint auch astrologisch der Alltag wieder eingekehrt zu sein. Aber das entbehrt leider jeglicher Grundlage, denn weiterhin ist das Quadrat zwischen Uranus und Pluto als Hauptaspekt des kardinalen Konflikts (1) äußerst wirksam. Zweimal wird dieser welterschütternde Aspekte im Jahr 2013 noch perfekt werden:

  • am 20.Mai 2013 auf 11°24` Widder (Uranus)/Steinbock (Pluto), wobei Uranus direktläufig und Pluto rückläufig ist
  • am 01.November 2013 auf 9°26` Widder (Uranus)/Steinbock (Pluto), wobei diesmal Uranus rückläufig und Pluto direktläufig ist.

Wieder einmal können uns die sabischen Symbole in der Interpretation von Dane Rudhyar (2) Inspiration sein: Das Symbol 12 Grad Widder (Uranus) lautet: „Wildgänse fliegen in Dreiecksformation“, wobei der Schlüssel besagt, dass es um idealistisches Vertrauen auf ein mentales Bild universaler Ordnung geht. Hierbei ist ein Konflikt zwischen der kosmischen und der gesellschaftlichen Ordnung beschrieben, was genau das zum Ausdruck bringt, woran diese Zeit krankt. Das Symbol für 12 Grad Steinbock (Pluto) ist ähnlich ausdrucksstark: „Ein gut veranschaulichter Vortrag über Naturwissenschaft enthüllt wenig bekannte Aspekte des Lebens.“ Pluto symbolisiert als Gott der Unterwelt (Hades) tatsächlich wenig bekannte Aspekte, die jetzt im Quadrat des Uranus in Analogie zur kosmischen Ordnung ans Tageslicht kommen und offenbart werden. Der Schlüssel für das Steinbock Symbol lautet: „Die Fähigkeit, unbekannte Bereiche zu erforschen und die dem komplexen Naturgeschehen zugrundeliegenden Gesetzmäßigkeiten zu entdecken.“

Im Bereich der Psychosomatik lautet die Gesetzmäßigkeit, dass von körperlichen Vorgängen auf dem zugrunde liegenden seelischen oder psychischen Ursachen geschlossen werden kann. Letztlich ist das Problem, die Krankheit, meistens nicht da zu finden, wo sie auftritt. Analog gilt Ähnliches für die Geschehnisse in unserer Welt. Auch hier deuten die Katastrophen und Krisen auf etwas anderes hin. Meiner Auffassung nach sind die Astrologie und die mit ihr vertrauten Astrologen dazu aufgefordert, diese verborgenen Botschaften zu entschlüsseln und den Menschen so zu deuten, dass sie etwas damit anfangen können.

Ähnlich anschaulich sind die Symbole für das zweite Quadrat von Uranus und Pluto, welches später im Jahr, aber aufgrund der Rückläufigkeit vorher im Tierkreis stattfindet. Uranus steht am 1. November 2013 im zehnten Grad des Widders. Das sabische Symbol dafür lautet: „Ein Lehrer gibt überlieferten Bildern neue, symbolische Formen“. Der Schlüssel spricht von der Korrektur der Einstellung zu Beginn eines neuen Erfahrungs-Zyklus. Wie wir anhand des großen Trigons in den Wasserzeichen noch sehen werden, steht Neptun in den Fischen tatsächlich für die Erfahrungen eines neuen Zyklus. Das Symbol für 10 Grad Steinbock (Pluto am 1. November 2013) lautet: „Ein Albatros frisst aus der Hand eines Seemanns“, wobei es um die Überwindung der Angst und ihren Lohn dafür geht. Pluto steht für Angst, Neptun steht für Vertrauen. Nur mit Vertrauen können wir die allgegenwärtigen Ängste überwinden.

Der Vollständigkeit halber die weiteren Termine:

  • am 21. April 2014 auf 13°54` Widder (Uranus)/Steinbock (Pluto) mit Uranus direktläufig und Pluto rückläufig
  • am 15. Dezember 2014 auf 12°35` Widder (Uranus)/Steinbock (Pluto) mit Uranus rückläufig und Pluto direktläufig

Das vorerst letzte Quadrat der beiden Planeten:

  • am 17. März 2015 auf 15°18` Widder (Uranus)/Steinbock (Pluto) mit Uranus direktläufig und Pluto rückläufig

 

Daraus können wir erkennen, dass bis weit ins Jahr 2015 dieser starke Aspekt zwischen Uranus und Pluto gültig sein wird. Damit wird sich der kardinale Konflikt weiter fortsetzen. Schauen wir in die Welt, dann sehen wir auch genügend Spannungen und Konflikte, die sich sehr gut auf diese Aspekte beziehen lassen. Weder ist die Energiefrage (s.u.) geklärt, noch scheint es klare Lösungen in der Finanzkrise in der EU zu geben. Auch der aktuelle Atom-Konflikt zwischen der USA und dem Iran kann Ängste schüren. Laufen wir also sehenden Auges in die Katastrophe? Gibt es denn nicht auch Anlass zur Hoffnung?

Meiner Meinung nach gibt es durchaus Anlass zur Hoffnung und diese beruht vor allem auf der Macht der Gefühle. Es wird 2013 zum großen Trigon zwischen Saturn im Skorpion, Jupiter im Krebs und Neptun in den Fischen kommen. Damit sind alle drei Wasserzeichen harmonisch mit einander verbunden. Am 20. Juli kommt sogar noch Mars im Krebs dazu und aktiviert das große Dreieck. Auch Pluto im Steinbock ordnet sich in die Figur mit ein und macht aus dem Dreieck eine Drachenfigur.

Bevor ich daran gehen werde zu erläutern, wie uns diese Drachenfigur Hoffnung schenken kann, möchte ich kurz in die Analyse der beteiligten Planeten gehen. Pluto im Steinbock pflügt sozusagen die alten Strukturen, Regeln und Gesetze um, die analog dem Steinbock eigentlich für immer gelten sollten. Ein gutes Beispiel aus diesen Tagen ist der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. Der erste Rücktritt eines Papstes seit vielen Jahrhunderten. In der Geschichte der katholischen Kirche gab es nur einmal eine vergleichbare Situation, als Coelestin V. 1294 nach nur viermonatiger Amtszeit freiwillig und ohne äußeren Druck zurücktrat (Spiegel online). Damit könnte ein Riss durch die ehernen Strukturen der katholischen Kirche gehen, die durch das Aufdecken von Missbrauchsaffären ohnehin schon gebeutelt ist. Genau in dieser Art wirkt das Quadrat von Uranus zu Pluto. Plötzliche Ereignisse können den Staub von Jahrhunderten aufwirbeln und hinterher ist nichts mehr so wie es einmal war. 

Die Stellung von Uranus im Widder stellt auch grundsätzlich die Energie-Frage, denn nach der verheerenden Nuklearkatastrophe von Fukushima werden die kolossalen Risiken der Atomenergie weltweit erneut diskutiert. Deutschland hat sogar nach dem Unglück beschlossen, auf einen Aufbau dieser nicht kontrollierbaren Energie zu verzichten. Inzwischen gibt es immer mehr Menschen, die sich mit freier Energie oder Orgon oder Nullpunktenergie beschäftigen. Interessant ist dabei die hypothetische Frage, was weltweit passieren würde, wenn es gelänge, eine freie umweltverträgliche und nahezu kostenlose Energieform zu entwickeln. Diese Vision passt zum Neptun in den Fischen. Letztlich könnte eine solche Entwicklung zum Zusammenbruch des bisherigen Systems führen, was durchaus in der Symbolik des Quadrates von Uranus und Pluto liegt.

Nicht nur im Energiebereich, auch im Finanzsektor brodelt es weiterhin. Die europäische Wirtschaftskrise aufgrund der immensen Verschuldung vieler Staaten und die damit einhergehende Schwächung des Euro ist auch astrologisch gesehen nicht vorbei. Die Sonne im Horoskop des Euro auf 12 Grad Steinbock erfährt 2013 die Auswirkungen der Transite von Uranus und Pluto und es muss damit gerechnet werden, dass dem Euro seine größte Krise sogar noch bevor steht. Grundsätzlich geht es mit Saturn im Skorpion um die Themen Sicherheit und Wandlung. Saturn wird erst 2015 in den Schützen wechseln, so dass uns diese Themen noch einige Zeit beschäftigen werden. Die gegenseitige Rezeption von Saturn und Pluto (Saturn im Skorpion als dem Zeichen des Pluto und Pluto im Steinbock als dem Zeichen des Saturn) lassen die nächsten zwei Jahre besonders intensiv und dicht erscheinen. Zusammen mit dem Quadrat des Pluto zum Uranus wird es weiterhin Macht- und Verteilungskämpfe geben.

 

Mit dem Eintritt des Jupiter in den Krebs am 26. Juni 2013 kann die Tendenz bestehen, sich ins Private zurückzuziehen. Familie und Heim werden als grundlegende Werte jetzt wieder wichtiger, vor allem, wenn die gesellschaftliche Lage so unsicher erscheint. Ein Symptom dessen ist die Zunahme Immobilien als scheinbare krisensichere Anlage („die eigene Scholle“) zu erwerben. Das große Thema Mitte 2013 werden die Gefühle sein. Genau an diesem Punkt setzt dann auch das große Trigon in den Wasserzeichen an. 

Mit dem Wechsel des Neptun in sein eigenes Zeichen, die Fische, zwischen Ende 2011 und Anfang 2012 waren neben  den vielen Befürchtungen zum kardinalen Konflikt auch viele Hoffnungen verbunden. Neptun in den Fischen verheißt eine neue Dimension der Auflösung, des Erwachens, des Aufstiegs in eine höhere Dimension und die kollektive Erleuchtung, das Eintreten in das neue Jerusalem als Symbol einer neuen Weltordnung. Aber weder ist es zum Weltuntergang gekommen noch zum Aufstieg in die fünfte Dimension. Nichtsdestotrotz zeigen sich schon jetzt deutliche Zeichen der Präsens des Neptun in den Fischen in Form von immer wachsender Sensibilität und Sensitivität vieler Menschen. Auch steigt das Bewusstsein für ein anderes Lebensgefühl, was mehr von dem Wunsch nach dem Leben im Einklang mit der Natur geprägt ist. Das zeigt sich darin, dass vielen Menschen ihre Ernährung immer wichtiger wird. Das parallel damit einhergehende steigende Mitgefühl bringt immer mehr Vegetarier und Veganer hervor, weil immer weniger Menschen auf Kosten anderer Lebewesen existieren mögen. Ein eher abschreckendes Beispiel sind dagegen die großen Plastikteppiche (http://de.wikipedia.org/wiki/Plastikmüll_in_den_Ozeanen), die sich in kleinste Teile zersetzen und von den Fischen aufgenommen werden. So gelangt der von uns Menschen produzierte Plastikmüll über die Nahrung zurück zu uns selbst. 

Nun im Sommer 2013 verbinden sich diese drei Planeten zu einem harmonischen Dreieck in den Wasserzeichen. Das Trigon vom Saturn im Skorpion auf den Neptun in den Fischen erhält seine Ergänzung durch den Jupiter im Krebs. Damit kommt auf der emotionalen Seite etwas ins Fliessen, was sich der Beschreibung durch Worte nahezu entzieht. Das Element Wasser hat auch viel mit dem Unbewussten zu tun. Viele Entwicklungen und Prozesse, die jetzt immer mehr in den Fluß kommen, werden in ihren Auswirkungen vielleicht erst viel später erkannt werden. Das erinnert an den Neumond, in dem die Saat für zukünftige Entwicklungen gelegt wird (die Empfängnis), was aber für uns Menschen nicht sichtbar ist. Nach ein paar Tagen ist der Mond wieder als schmale Sichel zu sehen, aber erst beim Vollmond wird das, was im Neumond angelegt worden ist, voll sichtbar (die Geburt). So werden wir die konkreten Auswirkungen der Drachenfigur vielleicht erst später erkennen können.

Letztlich geht es dabei um den Sinn des Lebens. Dieser ist uns vielfach verloren gegangen. Gerade die heranwachsenden jungen Menschen finden sich bei uns im Westen in einer Welt voller Überfluss, Konsum, Technik und Informationen, was sie aber nicht finden, ist ein Sinn für ihr Dasein oder um es bildlicher zu sagen, was ihnen fehlt ist die Seele. Es werden zwar Kriege wegen unterschiedlicher religiöser Auffassungen geführt, aber es findet kaum noch wirkliche Religion statt. An wen soll sich der junge Mensch mit seinen Fragen wenden. Keiner hat Zeit, keiner hat Musse und keiner hat Antworten, da verwundert es nicht, wenn er seine Antworten im Internet sucht. Dort kann er zwar eine Menge an Informationen finden, aber auch dort wird er keine Emotionen, keine Seele, nicht das „Wahre“ und „Echte“ finden.

Wenn Jupiter im Juli 2013 ins Trigon zu Neptun in den Fischen tritt, dann geht es auch darum, dem Leben wieder einen tieferen Sinn zu geben. Mit Neptun in den Fischen hat dieser mit der Verbundenheit aller Lebewesen zu tun. Es scheint, dass wir alle getrennt voneinander sind und wie es Alan Watts einmal formuliert hat (aus der Erinnerung zitiert), empfinden wir uns als ein von Haut umspannten abgetrenntes Ich, aber ist diese Empfindung auch die Wirklichkeit? Ist es nicht vielmehr wahr, dass uns alle der Raum, in dem wir uns befinden, miteinander verbindet. Gibt es nicht Menschen wie den Dalai Lama, der Achtsamkeit, Liebe und Vergeben überall dort predigt, wo er auftaucht. Um in die allumfassende Liebe, ins Vergeben, in die Verbundenheit zu kommen, ist es notwendig, dass wir uns unseren Ängsten, unseren Verdrängungen und unseren negativen Glaubens- und Denkmustern stellen. All diese Dinge finden wir im Sternzeichen Skorpion repräsentiert. Mit Saturn im Skorpion finden individuell und kollektiv diese Prozesse statt und es passt, dass Saturn sowohl im Trigon zu Neptun wie auch im Trigon zu Jupiter steht und die Visionen dieser beiden konkretisiert.

Wie bereits weiter oben erwähnt, gliedert sich auch Pluto in diese Figur mit ein, so dass das große Trigon in den Wasserzeichen zu einer Drachenfigur wird. In der Astrologie wird die Drachenfigur positiv interpretiert, da sich das große Trigon und ein zusätzliches Dreieck mit zwei Sextilen (zum Pluto) zur Drachenfigur ergänzt. Der einzige herausfordernde Aspekt ist die Opposition, welche aber durch die harmonischen Aspekte abgefedert wird. An der Opposition sind Jupiter im Krebs und Pluto im Steinbock beteiligt. Jupiter/Pluto steht für Machtstreben, aber auch für die Suche nach dem tieferen Sinn, letztlich kulminiert diese Verbindung in der Suche nach Gott! Die Drachenfigur wird durch den Transit von Mars aktiviert. Der Höhepunkt liegt dabei um den 20. Juli 2013. Mit der Energie des Mars beginnt der „Drachen“ zu leben, aber es entsteht auch eine Opposition von Mars zu Pluto (unter Beteiligung von Jupiter), die Feuer ins Wasser bringt. Um im dem Bild zu bleiben, könnte der „Drachen“ dann Feuer spucken. Später im Monat wird auch Venus diese Figur nochmal aktivieren, aber zu dem Zeitpunkt ist Jupiter schon etwas herausgelaufen, so dass der Transit des Mars tatsächlich den Höhepunkt darstellen dürfte. Ich denke in diesem Zusammenhang an einen Durchbruch, welcher in dem emotionalen Grundgefüge des großen Trigons für eine tiefe Erkenntnis stehen könnte. Es wäre zu wünschen, dass diese Erkenntnis nicht nur individuell bei denen wirksam ist, dessen Horoskop davon betroffen sind, sondern auch ein kollektives „Erwachen“ nach sich zieht. Aber wie sagen auch schon die Weisen, die Hoffnung stirbt zuletzt.

 

  1. Der Begriff „Kardinaler Konflikt“ oder der „Kardinal Klimax“ wird von Alexandra Klinghammer und Claude Weiss in ihrem Buch „Wendezeit 2010-2012“ bei Edition Astrodata erschienen benutzt und stammt vom amerikanischen Astrologen Raymond A. Merriman.
  2. Dane Rudhyar: „Astrologischer Tierkreis und Bewußtsein“  Ausgabe Rowohlt TB 1992

 

Norbert Giesow - Autor und Astrologe

 

www.giesow.de und www. sternzeichen.net