Karma Formationen

Karma und Karma-Formationen

Die astrologischen Konstellationen zeigen das kollektive Karma an. Wenn diese Konstellationen (Transite etc.) auf dementsprechende Anteile im persönlichen Horoskop treffen, dann wird das an sich kollektive Karma individuell. Angenommen ein rückläufiger Merkur steht u.a. für Probleme im Verkehr, auf Reisen etc., dann wird mich das nur dann treffen, wenn der rückläufige Merkur in der Zeit meiner Reise Punkte in meinem individuellen Horoskop berührt und oder aktiviert. Anders gesagt, werde ich, wenn mich der rückläufige Merkur "trifft", genau zu dem Zeitpunkt eine Reise machen, die problematisch wird?

Unser grundlegendes Karma, welches wir in dieses Leben mitbringen, lässt sich am Geburtshoroskop ablesen. Dieses individuelle Karma wird dann durch Transite etc. aktiviert. Bin ich demnach "Opfer" meines Karma oder kann ich hier etwas verändern? Ich erzeuge ja ständig "neues" Karma durch mein Greifen, meine Identifikation mit den Situationen, die mir im Leben begegnen. Obwohl ich diese Situationen "vorher" geprägt habe (beispielsweise in einem vergangenen Leben oder früher in diesem), weiß ich davon ja nichts. Subjektiv kommen diese Situationen (Menschen, Begebenheiten, innere Impulse wie Gefühle, Vorstellungen, Gedankenketten) ja objektiv auf mich zu. Nun reagiere ich darauf. Diese Art der Reaktion bestimmt dann mein "neues" Karma. Ich kann beispielsweise bewusster und achtsamer werden und nicht - wie sonst für mich üblich oder "normal" - mit Wut, Zorn, Aggression etc. reagieren. Dazu muss ich zweierlei berücksichtigen. Zum einen muss ich überhaupt erkennen, dass oftmals meine inneren und äußeren Reaktionen automatisch sind, muss es aber dennoch für möglich halten, diese zu ändern. Zum zweiten muss ich erkennen, welche Reaktionen unheilsam und schädlich für mich und andere sind und welche heilsam und positiv sind.

Diese Umprogrammierungsprozesse werden nicht immer sofort funktionieren. Haben wir ein Sucht, eine automatische Reaktion, einen programmierten Ablauf seit vielen Jahren kultiviert, dann reicht es oft nicht, sich dem einmal bewusst zu werden. Möchte ich beispielsweise weniger Zucker essen, weil ich erkannt habe, das zu viel Zucker für mich schädlich ist, dann fasse ich den Entschluss weniger Zucker zu essen. Nun habe ich aber seit vielen Jahrzehnten immer und regelmäßig Zucker zu mir genommen und habe das auch nicht groß hinterfragt. Ich habe eine starke Gewohnheit aufgebaut. Diese muss ich dann ebenso konsequent wieder abbauen. Das ist möglich, erfordert aber mentale "Muskeln", die ich mir aneignen muss.

Wenn wir sehen, wie schwer es uns fällt, den Zuckerkonsum zu verringern (Rauchen, Alkohol etc.), obwohl das etwas ist, was nur mich und meinen Körper betrifft und für mich immer deutlich erkennbar ist (ich weiß, wenn ich nasche), um so schwieriger können Veränderungen zu bewirken sein, die mit anderen Menschen zu tun haben (Beziehungen, Freundschaften etc.) und wo weniger gut zu erkennende Muster vorhanden sind.

Nichtsdestotrotz ist das möglich. Wir sind potentiell in der Lage, alles zu verändern, aber nur in unserem Inneren. Was wir in uns verändern, wird auch unsere Reaktionen nach außen verändern und so verändert sich auch unser Karma. Das braucht Zeit und Geduld, ist aber machbar.

Wenn nun Transite (Planetenbewegungen) unsere inneren Muster aktivieren, dann haben wir immer die Wahl wie wir darauf reagieren wollen. Wenn wir die an sich unpersönlichen Karma-Formationen (Wetter, Verkehr, das Verhalten anderer Menschen...) als unpersönlich erkennen, müssen wir nicht persönlich darauf reagieren. Jeder Moment, in dem wir diesen inneren Abstand einhalten können, verringert unsere (automatische) Identifikation und macht uns ein wenig freier.

Mein Hinweis ist, dass wir mit dem Gröberen (weil leichter zu erkennen und weil größere Auswirkungen) anfangen und uns zum Feineren hinarbeiten. Wir sollten uns dabei mit Wohlwollen begleiten, denn dieser Prozess, aus altem Karma auszusteigen, ist nicht einfach und sollte uns Respekt für uns selbst abfordern, weil wir ihn überhaupt beschreiten.

Wir sollten uns nicht dafür kritisieren, was wir alles nicht schaffen, sondern uns loben für das, was wir schaffen. das erzeugt ein gutes Gefühl in uns und wirkt damit motivierend.