Neptun in den 12 Häusern

Nach den grundsätzlichen Äußerungen zum „Neptun“ beschreibe ich jetzt, wie sich Neptun in den zwölf Häusern des Horoskops auswirken kann.

Neptun in den Häusern

Die Stellung in den Zeichen hat beim Neptun wie beim Uranus, Pluto und beim Saturn weniger individuellen Einfluss. Da sich diese Planeten mehrere Jahre in einem Zeichen aufhalten, ist damit eher eine Zeitströmung beschrieben, in die der Horoskopeigner hineingeboren wird. Die äußeren Planeten in den Zeichen sagen mehr über die Generation aus, in die wir hineingeboren worden sind. Anders ist es bei der Stellung in den Häusern. Der Aszendent und die Häuser sind äußerst individuell. Die Position in den Häusern ist auch für die äußeren Planeten sehr bedeutsam und kann uns wichtige Erkenntnisse liefern.

 

Neptun im ersten Haus

Mit Neptun im ersten Haus geht es darum, dass wir unser Leben Neptun weihen. Es ist paradox, denn im ersten Haus sollen wir eigentlich eine konkrete und solide Persönlichkeit aufbauen. Genau dieses verhindert Neptun, dessen auflösende Wirkung diesem Ziel genau entgegen steht. Vielleicht ist das ein Grund dafür, warum so viele Menschen mit Neptun im ersten Haus zu Drogen und Alkohol greifen. Neptun fordert uns im ersten Haus auf, uns intensiv mit ihm selbst zu beschäftigen. Das kann sich in einem Leben zeigen, welches spirituell oder sozial ausgerichtet ist. Oder wir leben Neptun durch die aktive Beschäftigung mit Musik oder Kunst. Oftmals ist es schwierig für uns zu wissen, wohin unser Weg uns führen wird. Auch Pläne können wir nur schwer machen und die Durchsetzung unserer Vorhaben fällt uns schwer, aber letztlich bricht das weiche Wasser (Neptun) den Stein (Saturn) und so kann sich auf wunderbare Weise für uns dann doch all das erfüllen, was wir uns wünschen. Allerdings nur dann, wenn wir es lernen zu vertrauen und bereit sind loszulassen.

 

Neptun im zweiten Haus

Es gibt keine wirkliche Sicherheit im Leben. Wir finden keine wahrhafte Stabilität, weder im Körper, noch in der Persönlichkeit. Geld und Materie verleihen sie nicht, auch Versicherungen nicht. Es kann sie uns kein anderer geben. Sicherheit kann es mit Neptun im zweiten Haus nur durch das Vertrauen auf das Göttliche geben. Tatsächlich ist Vertrauen das Zauberwort mit einem Neptun im zweiten Haus. Mit denn nur mit Vertrauen können wir den Schaukelkurs eines Neptun im zweiten Haus ohne tiefgreifende Probleme überstehen. Denn mit Neptun im zweiten Haus kommt und geht das Geld so wie Ebbe und Flut.

 

Neptun im dritten Haus

Im dritten Haus geht es darum zu verstehen. Mit Neptun im dritten Haus möchten wir das nicht zu Begreifende begreifen. Es geht hier auch um den Ausdruck durch Sprache und Schrift. Neptun führt dazu, dass wir das Unsagbare sagen wollen, dass wir das nicht Darzustellende darstellen wollen. Es besteht ein großes Interesse an mystischer oder spiritueller Literatur. Wir können mit dieser Stellung daran verzweifeln, etwas zu lesen oder zu hören, es aber nicht zu erfahren. Oder wir verzweifeln daran, etwas zu erfahren, es aber nicht beschreiben zu können. Neptun im dritten Haus symbolisiert das Ganze (oder Gott) auch im Kleinen sehen zu können.

 

Neptun im vierten Haus

Das vierte Haus symbolisiert unsere Wurzeln und damit unsere Heimat, unser Zuhause, unsere emotionale Basis. Mit Neptun im vierten Haus kann es zur Auflösung des persönlichen Selbstwertgefühls, sowie der emotionalen Identifizierung kommen. Das kann uns verwirren, so dass wir denken, dass wir verrückt werden. Wir werden tatsächlich „verrückt“, denn wir verlieren unseren alltäglichen Standpunkt und finden uns ganz woanders wieder. Im Idealfall führt uns Neptun im vierten Haus zur Verbindung mit dem Kosmos. Dann sind wir aufgrund unserer Herkunft nicht mehr verwirrt, sondern unser Heimat ist dann nichts geringes als das Universum selber. Neptun im vierten Haus kann All-Eins-Sein-Gefühle, aber auch tiefe Verzweiflung, Verlorenheit, und die Empfindung, sich nirgends zu Hause zu fühlen, mit sich bringen.  

 

Neptun im fünften Haus

Im fünften Haus geht es um Kreativität. Mit Neptun im fünften Haus werden die eigenen Kreationen als göttlich begriffen. Das kann zum Gotteskomplex führen oder im persönlichen Dünkel enden. In gewisser Weise spielt das Göttliche mit sich selbst, indem es sich selber als Person kreiert oder inszeniert. Dem fünften Haus sind auch die Kinder zugeordnet, so dass mit Neptun in diesem Haus die eigenen oder auch andere Kinder uns helfen können, einen Bezug zum Spirituellen herzustellen oder wiederzuerlangen. Vielleicht ist der Ausspruch von Jesus Christus „so ihr nicht werdet wie die Kinder so ist euch der Weg ins Himmelreich versperrt“ auch in diesem Sinne aufzufassen.

 

Neptun im sechsten Haus

Im sechsten Haus geht es um Gesundheit, um Anpassung, um Integration, damit wir gut überleben können. Mit Neptun im sechsten Haus können wir das Göttliche im Alltäglichen erleben, oder aber auch durch die Arbeit, die wir verrichten. Im Grunde erfahren wir Göttlichkeit durch den Dienst, den wir leisten. Es gilt mit Neptun im sechsten Haus den Körper als Tempel der Göttlichkeit zu erkennen und dementsprechend zu behandeln. Körper, Geist und Gefühl wirken zusammen, um als Möglichkeit des Ausdrucks des Göttlichen dienen zu können.

 

Neptun im siebten Haus

Das siebte Haus steht für Partnerschaft und Beziehungen. Mit Neptun im siebten Haus haben wir starke Sehnsüchte und Wünsche, die wir auf unsere Beziehungen und auf mögliche Partner projizieren. Dahinter steht der Wunsch nach der Verschmelzung oder zumindest nach dem Kontakt mit dem Göttlichen. Von daher ist es nur für unser Ego bedauerlich, wenn es durch die Nicht-Erfüllung seiner Wünsche in Beziehungen enttäuscht, also desillusioniert wird. Denn ein anderer Mensch ist meist genauso auf der Suche, wie wir es sind und kann daher unseren Wunsch nach der Verschmelzung mit dem Göttlichen nicht befriedigen. Letztlich führt uns die Enttäuschung in der Partnerschaft dahin, dass wir das Göttliche nicht im Außen, sondern in uns erfahren.

 

Neptun im achten Haus

Das achte Haus steht traditionell für den Tod, hat heutzutage auch viel mit Ängsten und Zwängen zu tun. Mit Neptun im achten Haus möchten wir gern die letzten Grenzen übertreten, die letzten Geheimnisse lüften und das Mysterium des Todes ergründen. Oder aber wir haben starke Angst davor. Es gilt, uns zu wandeln, einen Teil von uns zu überwinden, um die Verschmelzung mit dem Göttlichen erleben zu können. Mit Neptun im achten Haus überschreiten wir Grenzen zwischen uns und anderen und wir haben die Möglichkeit, tiefverwurzelte Ängste dabei zu überwinden.

 

Neptun im neunten Haus

Das neunte Haus steht für unsere Weltanschauung und damit für den Bereich, der für uns den Sinn des Lebens symbolisiert. Mit Neptun im neunten Haus sind wir tatsächlich auf der Suche nach dem Göttlichen. Wir werden nur erkennen müssen, dass die Suche im Außen uns unserer Göttlichkeit nicht wirklich näher bringt. Mehr Wissen, mehr Erfahrungen, mehr Erkenntnisse sind immer nur „mehr“. Mit Neptun im neunten Haus können wir die grundlegende Erkenntnis machen, dass wir längst das sind, was wir suchen oder anderes formuliert, der Sucher selbst ist das Gesuchte. Da das neunte Haus auch den Glauben symbolisiert, kann hier ein Neptun auch einen verdrehten Glauben anzeigen oder aber auch dass wir durch unseren Glauben verwirrt sind. Letztlich müssen wir mit Neptun im neunten Haus jeglichen Glauben auflösen, um das zu erkennen, was immer ist und was auch wir sind.

 

Neptun im zehnten Haus

Das zehnte Haus gibt Auskunft über unsere Berufung. Mit Neptun im zehnten Haus ist es unsere Bestimmung den Sinn und Zweck unseres Lebens auf das Göttliche hin auszurichten. Dabei ist es nicht wichtig, in welcher Form dies geschieht, sondern mit welcher Haltung des Geistes. Auch in objektiv betrachteter eher unwichtiger Position können wir eine Menge bewirken, wenn wir aus höherer Erkenntnis handeln und mit dem Herzen bei dem sind, was wir tun.

Manchmal können wir zum Ausdruck des Göttlichen werden, wenn wir Neptun im zehnten Haus haben. Bis dahin kann es uns im Leben oft unklar sein,was wirklich unsere Bestimmung ist oder wir haben keine klare Vorstellung davon, was wir mal (beruflich) werden sollen. Dieser Zustand der Unbestimmtheit, des „nicht-wissen-können“ kann uns verunsichern und auch Ängste auslösen. Das kann die Wirkung eines nicht erlösten Neptun in jedem Haus sein, denn um Neptun zum Ausdruck zu bringen, ist es oft notwenig, dass wir beiseite treten. Der Ausdruck des Absoluten (Neptun) wird immer dann beschränkt, wenn sich das Relative zeigt. So muss das Relative sich im Absoluten auflösen (der Tropfen findet zurück ins Meer), um den Raum freizugeben für das Absolute. In Wirklichkeit ist das Absolute natürlich auch dann präsent, wenn das Relative (wir) meint, dass dem nicht so ist. Genau das ist die Illusion (Maya). Durch die Beschäftigung mit Neptun können uns diese Zusammenhänge deutlicher werden, auch wenn es sich oft wie eine Art von Koan anfühlt, der mit dem Verstand nicht zu klären ist, sondern sich eben nur aus der Sicht des Absoluten heraus erklärt.

 

Neptun im elften Haus

Das elfte Haus steht für Freiheit, für Freunde und Gruppenzugehörigkeit aller Art. Mit Neptun im elften Haus gilt es für uns zu erkennen, dass wahre Freiheit nur im Göttlichen zu finden ist. Immer wieder werden wir versuchen, unterschiedliche Methoden auszuprobieren, um in Bereiche jenseits der Polaritäten zu gelangen. Letztlich ist es aber nur durch eine Erfahrung der Einheit, durch die Verschmelzung mit dem größeren uns umgebenden Ganzen möglich, diese uns verwandelnde Erfahrung zu machen. Wir können uns von spirituellen Gemeinschaften angezogen fühlen. Auch wenn hier Vorsicht geboten ist, da nicht jede Gemeinschaft das hält, was sie verspricht, hat auch der Buddha auf die Wichtigkeit der Sangha (Gemeinschaft) hingewiesen.

 

Neptun im zwölften Haus

Im zwölften Haus kommt alles zusammen, hier finden sich die Möglichkeiten zur Erleuchtung, wie auch zu großer Verzweiflung. Mit Neptun im zwölften Haus ist eventuell die Verschmelzung von Kosmos und Individuum, von unserer Persönlichkeit mit dem Göttlichen bereits eingetreten und für uns gilt es, das zu realisieren. Neptun im zwölften Haus macht es uns leicht, uns mit Spiritualität und Meditation zu beschäftigen. Es ist der Alltag, der uns vielleicht mehr Probleme bereitet, weil wir häufig verwirrt sind und nicht wissen, was wir tun sollen. Auch mit Neptun im zwölften Haus gilt es, Vertrauen zu entwickeln, so dass sich die Dinge so gestalten werden wie vorgesehen.