Eigenschaften des Mars

Ungeduld und Unruhe

Ungeduld und Unruhe gehören zu den Eigenschaften des Mars. Sehr viel innere Unruhe können wir aber auch dem Merkur zuordnen, denn es sind meistens die Gedanken, die uns aus der Ruhe und dem Frieden bringen. Mars steht grundsätzlich für Energie. So wie der Körper nie in Ruhe ist, weil in ihm immer irgendwelche Prozess ablaufen, so sind auch wir es nicht, solange wir mit dem Körper identifiziert sind. Mars bewegt uns also dahingehend, dass wir aktiv werden. So gesehen kann eine wohl überlegte Aktivität auch der inneren Unruhe entgegenwirken.

Mars steht auch für unsere Trieb- und Wunschnatur. Mars sorgt dafür, dass uns unsere Triebe und Wünsche sehr bewusst werden. Diese drängen sich regelrecht in den Vordergrund, so dass unser Geist (auch Merkur spielt hier wieder mit) an nichts anderes als an die Befriedigung seiner Gelüste denken kann. Mars macht, dass wir immer alles sofort wollen. Mars in den Griff zu bekommen, heißt dann auch, uns zu disziplinieren (die höhere Ebene des Saturn) und unsere Trieb- und Wunschnatur in den Griff zu bekommen. Dazu gehört es auch, dass wir diesen Impulsen eben nicht sofort nachgeben, sondern etwas zögern, damit der Prozess der Einsicht einsetzen kann. Wir nutzen unsere Fähigkeit des kritischen Denkens (auch Merkur), um uns darüber bewusst zu werden, was wir wirklich wollen und ob die Erfüllung dieses Wunsches uns tatsächlich glücklicher machen wird. So können wir auch einmal Verzicht üben (Saturn). Ein Verzicht, der sich im Nachhinein als Gewinn erweisen kann, weil wir bestimmte Dinge dann nicht gekauft, gegessen oder konsumiert haben. Auch im Bereich der menschlichen Beziehungen gelten diese Gesetzmäßigkeiten, denn die Triebnatur des Mars kann uns zu Aktionen treiben, deren Auswirkungen für uns und für andere schwierig sein können. 

Andererseits ist Mars natürlich auch dafür da, dass wir unsere Impulse umsetzen können. In diesem wie auch in vielen anderen Fällen ist es sehr wichtig, eine gute Unterscheidungsfähigkeit zu entwickeln. Dafür müssen wir uns innerlich frei und offen machen, damit wir wirklich unterscheiden können, anstatt unseren alten Mustern und Programmierungen zu folgen. Vieles von dem hier Gesagten hat auch damit zu tun, Geduld zu lernen. Geduld kann ein probates Mittel sein, um mit einem ungezügelten Mars umgehen zu lernen und Geduld gehört übrigens zu den wesentlichen Eigenschaften auf dem Weg zur Erleuchtung.

Aggression

Wir Menschen haben in der Frühzeit gelernt, unsere Interessen mit Gewalt durchzusetzen. Dafür war auch Aggression nötig. Mars steht in der Astrologie und im Horoskop für unsere Fähigkeiten, uns durchzusetzen. Mars ist ja nicht umsonst der Kriegsgott. Ein Mensch, der allerdings ein spirituelles Leben führen möchte, wird gewaltfrei leben wollen und damit auf Aggression verzichten. Dazu gehört dann eben auch, seine Impulse im Griff zu haben. Nur mit innerer Achtsamkeit ist es möglich zu erkennen, wenn Wut oder Aggression in uns aufsteigt und nur dann können wir den Impuls entwickeln, dass uns diese Triebe bewusst werden. Nur wenn diese bewusst werden, haben wir die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Möglicherweise müssen wir die Triebe dann gar nicht mehr ausleben.

Sexuelles Verlangen

Wir Menschen habe Triebe und die meisten von uns kennen sexuelles Verlangen. Es ist sicherlich nicht richtig oder förderlich, geschweige denn gesund, wenn wir unsere Sexualität verleugnen. Andererseits ist auch durch die Werbung ein Übergewicht an sexuellen Reizen entstanden. Wir sollten versuchen, der Sexualität den Platz zuzuordnen, der ihr gebührt. Wir können lernen, unser sexuelles Verlangen zu kontrollieren. 

Mars steht für die Sexualität. An seiner Position im Horoskop können wir erkennen, wo hier Defizite herrschen und was konkret wir tun können, ihn zu disziplinieren. Zu diesem Thema gehört auch der nächste Punkt.

Trieb vor Verstand

Im Buddhismus gibt es fünf Tugendregeln, deren Befolgung eine Übung ist, um uns von schlechten Angewohnheiten zu lösen, damit unser Leben friedlicher und weniger leidvoll wird. Die vierte Tugendregel bezieht sich auf die Sexualität. Die Übung besteht vor allem darin, im Bereich der Sexualität anderen und uns selber möglichst wenig Leid zuzufügen. Das bedeutet praktisch, dass wir andere nicht mit unserer Sexualität belästigen und nichts mit anderen tun, was uns nicht freiwillig offeriert wird. 

Der Mars in uns dagegen aktiviert uns dahingehend, dass wir unseren Trieben, unseren Wünschen, unserem Willen folgen wollen, und nicht der Einsicht, der Erkenntnis oder der Vernunft. So müssen wir auch in einem normalen Leben lernen, Mars zu zügeln und manchmal erst nachzudenken, ehe wir handeln. Um wie viel mehr ist dies in einem spirituellen Leben nötig. Andererseits dürfen wir durchaus auch spontan sein. Auch an diesem Punkt wird auf die Wichtigkeit einer gut entwickelten Unterscheidungsfähigkeit hingewiesen.

Gewalt als Lösung von Konflikten

Wie bereits unter dem Punkt Aggressionen ausgeführt, bringt Gewalt als Lösung von Konflikten immer nur noch mehr Gewalt hervor. Es ist die (niedere) Natur des Mars mit Gewalt zu reagieren. Wir sollten üben, uns jeglicher Gewalt zu enthalten. Im Sinne des Buddhismus kommt hier die erste Tugendregel zur Anwendung, in der es darum geht, sich vom Töten und von Gewalt in jeglicher Hinsicht zu enthalten. Das ist eine sehr weise Regel, denn auch aus dem Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma) wissen wir, dass alles, was wir ursächlich unternehmen auf uns zurück kommt. Aus diesem Grund sollten wir uns bemühen, den Mars zu zügeln und auf seine Impulse nicht mit Aggression und Gewalt zu reagieren.

Drang zur Bewegung

Mars symbolisiert den Drang zur Bewegung. Diese Bewegung ist nicht ausgerichtet und kann von daher genauso gut Nutzen wie Schaden bewirken. Dieser Punkt wird uns vielleicht erst dann klar, wenn wir ihn auf die Praxis der Meditation beziehen. Hier ist es der unruhige Geist (Merkur), der uns zu Bewegungen (Mars) aktiviert, die in diesem Moment gar nicht nötig wären, und uns aus der Sammlung, der Betrachtung oder der Ein-Spitzigkeit heraus bringen. Auch sonst kann der Drang zur Bewegung uns ablenken und es verhindern, dass wir bei der Sache bleiben. Natürlich ist es auch hier besonders wichtig, unterscheiden zu können, denn Bewegung ist sehr gesund für Körper, Geist und Seele. Die störende Bewegung kann eher als Unruhe bezeichnet werden. Häufig ist es der Geist, der unruhig ist, auch wenn wir meinen, dass es der Körper ist.

Wille

Insbesondere in spirituellen Kreisen wie auch in der Philosophie wird darüber nachgedacht, ob wir einen freien Willen haben oder nicht. Unabhängig von dieser Frage können wir unsere Energie einsetzen. Langläufig nennt man dies ja seinen Willen einsetzen. Die Möglichkeit, den Willen einzusetzen, setzt allerdings bereits voraus, dass wir den Willen kontrollieren können. Meistens ist es so, dass der Wille uns kontrolliert. Denn der Einsatz unserer Energie ist eben nicht frei, sondern geprägt von unseren Begierden. Wenn wir etwas wollen, dann muss dies meist sofort eintreten, sonst sind wir verärgert. Daher kann die Kontrolle über unseren Willen ein Mittel zu mehr Zufriedenheit in unserem Leben sein. Zufriedenheit kann auch aus einer wohl überlegten Genügsamkeit entstehen. Den Willen wollen wir hier mit Mars gleichsetzen.

Macht

Noch deutlicher werden beim Thema Mars die Auswirkungen beim Thema Macht. Macht kommt in gewisser Weise vom machen, von „etwas tun können“. Aber, um etwas auch effizient tun zu können, müssen wir die Fähigkeit besitzen, uns ausrichten zu können. In diesem Zusammenhang wird es klar, warum Mars nach klassischem astrologischen Verständnis im Steinbock erhöht ist. Denn das Zeichen Steinbock ist bekannt für seine Fähigkeit der Disziplin, was ihn auch in der Politik so effizient macht.

Sehr sinnvoll ist es unsere Energie (Mars) für das Gemeinwohl einsetzen. Wir sind fähig, etwas bewegen (Mars) zu können. Wir können dafür Sorge tragen, dass etwas machbar wird. Genau das ist Macht, etwas machbar machen. Leider werden viele von uns durch Macht korrumpiert, indem wir Lust an der Macht empfinden und sie für unsere Zwecke, zur Befriedigung unseres Egos einsetzen. Genau dies sollte verhindert werden. Je mehr Macht und Einfluss wir haben, um so mehr müssen wir darauf achten, aus welchen Beweggründen und Motiven heraus wir agieren. Eine Kontrolle unseres Mars ist hier unabdingbar.

Instinktive Eigenart vor Gruppeninteresse

Es kann erforderlich sein, unseren Eigenwillen (Mars) zurückzustellen, wenn es die Belange der Gruppe erfordern. Damit können wir dem größeren Ganzen dienen. Da wir ein Teil davon sind, dienen wir demnach auch uns selbst.

Resümee

Wie wir an diesen Punkten gesehen haben, kann es aus unterschiedlichen Gründen notwendig sein, an der Funktion des Mars in unserem Horoskop zu arbeiten. Gerade die Triebnatur des Mars bietet große Möglichkeiten, uns zu verhaften und um so größer ist das Potential, wenn wir es lernen, den Mars zu disziplinieren, so dass er in unserem Sinne funktioniert und nicht umgekehrt.